Faustformeln & Merksätze für den Führerschein – Fahrschule Wittmann München
Fahrschule Wittmann München Faustformeln und Merksätze – auf dieser Seite findest du die offiziellen, prüfungsrelevanten Faustformeln sowie hilfreiche Merksätze, die dich beim Lernen für die Theorieprüfung unterstützen.
Sie helfen dir, Entfernungen, Geschwindigkeiten und Gefahrensituationen besser einzuschätzen und Zusammenhänge schneller zu verstehen. Alle aufgeführten Faustformeln sind bundesweit anerkannt, Bestandteil der Führerscheinausbildung und keine individuellen Eigenkreationen.
Warum Faustformeln und Merksätze wichtig sind
Im Straßenverkehr müssen Entscheidungen oft in Sekundenbruchteilen getroffen werden.
Faustformeln und Merksätze helfen dir dabei:
- komplexe Sachverhalte verständlich zu erfassen
- Entfernungen und Bremswege realistisch einzuschätzen
- dich sicher auf die Theorieprüfung vorzubereiten
- Wissen dauerhaft zu verankern, statt nur auswendig zu lernen
Wichtig: Faustformeln und Merksätze sind Lernhilfen. Sie ersetzen nicht die gesetzlichen Vorschriften, sondern helfen beim Verständnis und bei der Prüfungsvorbereitung.
Die Faustformeln
Reaktionsweg
Der Reaktionsweg beschreibt die Strecke, die ein Fahrzeug vom Erkennen einer Gefahr bis zum Beginn des Bremsens zurücklegt.
Die Reaktion setzt sich zusammen aus:
- Erkennen
- Entscheiden
- Reagieren
Im Straßenverkehr wird von einer durchschnittlichen Reaktionszeit von ca. 1 Sekunde ausgegangen.
Faustformel Reaktionsweg:
Reaktionsweg (m) = Geschwindigkeit in km/h ÷ 10 × 3
Beispiele:
- 30 km/h → (30 ÷ 10) × 3 = 9 m
- 50 km/h → (50 ÷ 10) × 3 = 15 m
Bremsweg
Der Bremsweg ist die Strecke vom Beginn des Bremsens bis zum Stillstand des Fahrzeugs.
Faustformel Bremsweg:
Bremsweg (m) = (Geschwindigkeit in km/h ÷ 10) × (Geschwindigkeit in km/h ÷ 10)
Beispiele:
- 30 km/h → 3 × 3 = 9 m
- 50 km/h → 5 × 5 = 25 m
Gefahrenbremsung
Bei einer Gefahrenbremsung (z. B. bei plötzlich auftauchendem Hindernis) verkürzt sich der Bremsweg.
Faustformel Gefahrenbremsung:
Gefahrenbremsweg = normaler Bremsweg ÷ 2
Beispiele:
- 30 km/h → 9 m ÷ 2 = 4,5 m
- 50 km/h → 25 m ÷ 2 = 12,5 m
Anhalteweg
Der Anhalteweg ist die gesamte Strecke
vom Erkennen der Gefahr bis zum Stillstand des Fahrzeugs.
Faustformel Anhalteweg (normale Bremsung):
Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg
Beispiel:
- 9 m (Reaktionsweg) + 9 m (Bremsweg) = 18 m
Anhalteweg bei Gefahrenbremsung
Anhalteweg (Gefahr) = Reaktionsweg + Gefahrenbremsweg
Beispiele:
- 30 km/h → 9 m + 4,5 m = 13,5 m
- 50 km/h → 15 m + 12,5 m = 27,5 m
Merksätze
Merksätze helfen dir, die Faustformeln schnell abzurufen – besonders unter Prüfungsstress.
Reaktions- & Bremsweg
- „Erst denken, dann bremsen.“
→ Der Reaktionsweg kommt immer vor dem Bremsweg. - „Tempo hoch – Weg quadratisch.“
→ Der Bremsweg wächst quadratisch, nicht linear. - „Doppelte Geschwindigkeit heißt vierfacher Bremsweg.“
- „Gefahr halbiert den Bremsweg – nicht die Physik.“
Autoführerschein
(Klasse B)
- „Halber Tacho in Metern.“
→ Sicherheitsabstand ≈ halber Tachowert. - „Abstand ist Zeit zum Reagieren.“
- „Wer drängelt, bremst später – und verliert.“
Motorradfahrer:innen
(Klassen A, A1, A2, A80, B196)
- „Der Blick lenkt das Bike.“
- „Locker fahren ist sicherer als verkrampft.“
- „Kurve lesen, nicht schneiden.“
Lkw & große Fahrzeuge
(C1/C1E)
- „Großes Gewicht braucht großen Abstand.“
- „Was ich nicht sehe, ist Gefahr.“
- „Vorausschau ersetzt keine Bremsung – aber sie verhindert sie.“
Wichtig für die Prüfung
- Faustformeln sind fester Bestandteil der Theorieprüfung
- Sie gelten unter normalen Bedingungen (trockene Fahrbahn, gute Sicht)
- Faktoren wie Nässe, Müdigkeit oder Ablenkung verlängern den Anhalteweg deutlich
Rechtlicher Hinweis
Die dargestellten Faustformeln entsprechen den offiziellen Lerninhalten der Fahrerlaubnis-Ausbildung in Deutschland.
Maßgeblich bleiben stets die Regelungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) und der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV).
Häufige Fragen (FAQ)
Ja. Die Faustformeln zu Reaktionsweg, Bremsweg, Gefahrenbremsung und Anhalteweg gehören zu den offiziellen Lerninhalten der Führerscheinausbildung und werden in der Theorieprüfung abgefragt.
Grundsätzlich ja. Die Rechenmodelle gelten für Auto, Motorrad und Lkw.
Je nach Fahrzeugklasse ändern sich jedoch Masse, Bremsverhalten und Sicherheitsabstände, weshalb die praktische Bedeutung variieren kann.
Nein. Faustformeln sind vereinfachte Rechenhilfen für Ausbildung und Prüfung.
Rechtlich verbindlich sind ausschließlich die Vorschriften der StVO und der FeV.
In der Fahrausbildung geht man von einer durchschnittlichen Reaktionszeit von etwa einer Sekunde aus.
In der Realität kann sie durch Ablenkung, Müdigkeit oder Stress deutlich länger sein.
Merksätze selbst werden nicht wortgleich abgefragt, helfen aber dabei,
die richtige Faustformel oder den logischen Zusammenhang schnell abzurufen.
Nein. Die Faustformeln gelten für normale Bedingungen.
Bei Nässe, Schnee oder Eis verlängert sich der Brems- und Anhalteweg deutlich – das wird auch im Unterricht thematisiert.